1896

Werkhof und Wohnhaus der Familie Rapp, Basel, 1875 © Rapp Archiv
Stollenbau durch «W. & J. Rapp», Schweizerhalle, 1938 © Rapp Archiv
1896

Diese Fotografie ist dort entstanden, wo Zugreisende heute das Firmenlogo von Rapp sehen. Sie zeigt ein Basler Familienunternehmen des 19. Jahrhunderts: Ganz rechts steht Joachim Rapp, ein auffallend gross gewachsener Mann mit ernstem Blick, daneben Bauarbeiter, ein Fuhrknecht und einige Zimmermänner, dazwischen Verwandte. Auch Charlotte Rapp sitzt da. Die Ehefrau hat am Tisch Platz genommen, ganz links, in einer Hand hält sie eine Planrolle. Sie stammte aus der Basler Pfarrersfamilie Uebelin und unterstützte den Mann im Geschäft, unter anderem korrespondierte sie mit Behörden und Bankhäusern. Auf diesem Bild sind Familie und Unternehmen eine Einheit: Joachim Rapp lebte, wo er arbeitete. Er war in Württemberg zur Welt gekommen, gelernter Zimmermann und voller Tatendrang. Der Einwanderer machte Karriere im Tiefbau: 1854 war er Bauführer an der Eisenbahnlinie über den oberen Hauenstein, 1859 eröffnete er ein eigenes Baugeschäft in Basel, 1861 heiratete er Charlotte. Kurz darauf erwarb die Familie das Stück Land neben den Bahngleisen. Dort liegt der Sitz eines der führenden Planungsunternehmen in der Schweiz. Die erwähnte Fotografie ist bereits 1875 entstanden, das Baugeschäft von Joachim Rapp wie gesagt noch früher. Dennoch erinnert sich die Firma heute an einen anderen Anfang, der vor 125 Jahren begonnen hat. Demnach beginnt die Firmengeschichte am 1. Juli 1896. Es ist das Datum, an dem die Söhne des Firmengründers das Geschäft übernommen haben. Sie hiessen Wilhelm und Joachim (junior), das Geschäft führten sie als «Tiefbau Unternehmung W. & J. Rapp». Die entscheidende Neuerung war die Eröffnung eines Ingenieurbüros, das die Bauunternehmung fortan ergänzte. Damit verbunden war ein neues Selbstverständnis, das nach 1896 immer prägender werden sollte. Rapp deckte beides ab: Planung und Ausführung von Tiefbauten. Am 1. Juli 1936 dankten die leitenden Angestellten den beiden Chefs zum Jubiläum: «In vierzigjähriger, gemeinsamer, nie erlahmender Tätigkeit» habe sich Rapp einen Namen verschafft, «der weithin guten Klang hat.» Die beiden Patrons prägten ihre Firma, die ab 1934 einen Ableger in Muttenz hatte. Das Zentrum der Firma lag weiterhin an der Hochstrasse, wahrscheinlich bezeichneten sich damals bereits einige der dort Tätigen als «Räppler».

1896