2021

Hauptsitz an der Hochstrasse 100 © Rapp Archiv
Digitale Erfassung mit Laserscanner, 2020 © Christian Aeberhard
2021

Seit 1978 liegt der Sitz von Rapp an der Hochstrasse 100. Die Firma bezog das horizontal strukturierte Langhaus, der Grossverteiler Coop gleichzeitig das Hochhaus nebenan. Die gemeinsame Überbauung repräsentiert den Stil ihrer Zeit. Heute arbeiten hier 200 der über 450 Mitarbeitenden von Rapp. An der Hochstrasse 100 haben auch Matthias und Peter Rapp gewirkt. Die Brüder bildeten die dritte Doppelspitze in der Geschichte der Firma. Sie haben die Firma inhaltlich und strategisch geprägt, 1996 hat Rapp unter ihrer Leitung die Trennung von der Bauunternehmung vollzogen. Die beiden Ingenieure öffneten das Besitzermodell weitgehend; seit 1973 kennt die Firma die Mitarbeiterbeteiligung, seit 1992 können leitende Angestellte zu Partnerinnen und Partnern werden. 2021 sind 56 Prozent der Belegschaft in einer Form direkt an der Rapp Gruppe beteiligt. Mehrheitsaktionär ist die 2003 gegründete Holding. Sie befindet sich weiterhin in klarem Mehrheitsbesitz der Familie Rapp. Aus den Händen gegeben hat die Familie dagegen die operative Firmenleitung. «Der erste ‹Nicht-Rapp› an der Spitze», titelte 2010 die «Basler Zeitung» und stellte den neuen CEO Bernhard Berger vor. Doch der Bauingenieur war seit zwanzig Jahren für die Firma tätig und hatte zuvor die Betriebsgesellschaft Rapp Infra geleitet. Er war ein «Räppler». Heute hat Rapp eine Gruppenleitung, die sich aus den Leiterinnen und Leitern der sechs Betriebsgesellschaften zusammensetzt, darunter Annette Rapp als Vertreterin der fünften Rapp-Generation. Vorsitzender ist der Architekt Markus Widmer. Der Verwaltungsrat wird vom unabhängigen Berner Architekten und Unternehmensberater Daniel Kramer präsidiert und die Familie ist darin durch Lukas Gyger vertreten. Rapp hat seine Position als ein führendes Planungsunternehmen in der Schweiz gefestigt. Zimmermänner, Bauarbeiter oder Poliere zählen heute nicht mehr zur Belegschaft, dafür eine breite Palette von Fachkräften; sie decken alles ab von Infrastruktur bis Architektur, Industrieplanung, Gebäudetechnik, Mobilitätssysteme und Energieversorgung. Heute arbeiten Menschen aus rund dreissig Ländern in der Firma, etwa 25 Prozent sind Frauen. Rapp betreibt eine Zweigstelle in Münchenstein und Büros in Zürich, Münsingen, Lugano und Affoltern sowie in den deutschen Städten Berlin, Freiburg, Lörrach und Konstanz. Der Hauptsitz liegt immer noch an der Hochstrasse. Dort, wo diese Geschichte vor über 125 Jahren angefangen hat.

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